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MITTELBUCHEN-ONLINE vom 29. November 2019 Jungsteinzeitliches Grab wirft viele Fragen auf Info-Abend im Heinrich-Fischer-Haus fand große Resonanz
Es ist schon ein besonderer Fund, den Archäologen auf dem Areal des Neubaugebiets Mittelbuchen-Nordwest ans Tageslicht brachten, und Ortsvorsteherin Caroline Geier-Roth nahm dies zum Anlass, öffentlich zu einem Info-Abend ins Heinrich-Fischer- Haus einzuladen. Die Resonanz war beindruckend, denn der Saal war mit rund hundert Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt und das allgemeine Interesse an diesem wohl ältesten Kriminalfall Mittelbuchens war außerordentlich. Aber worum geht es genau? Archäologen fanden Relikte einer jungsteinzeitlichen Siedlung, die auf eine Zeit um 4900 bis 4400 vor Christus datiert wurde. Unter anderem stieß man auf ein Gräberfeld aus dem so genannten End-Neolithikum, einer Zeit, die man um 2600 vor Christus einordnet. Dieses Gemeinschaftsgrab ist sowohl von seinem Alter als auch von der Anordnung der Skelette eine echte Sensation. Hier wurden sechs Menschen, die sich offensichtlich sehr nahe standen, in anrühriger Weise beigesetzt. Kinder lagen eng an Frauen, die ihre Mütter gewesen sein dürften, und zwei erwachsene Menschen lagen in scheinbar inniger Umarmung beeinander. Es sah aus, als würden sie sich noch im Tode küssen. Der Archäologe Sascha Piffko und die beiden Grabungsleiterinnen Marthe Gundelach und Chiara Girotto zeigten sich fasziniert und beieindruckt, betonten jedoch, dass die Hintergründe dieser eigenartigen Position der Skelette völlig im Dunkeln liege. Man wisse nicht, ob Krankheit, Krieg oder Mord die Todesursache waren und was die Beweggründe zu dieser eigenartigen gemeinsamen Beisetzung gewesen sein könnten. Man wisse auch nicht, ob es sich bei den Beigesetzten um eine Familie handele - jedoch hier könne eine DNA-Analyse Aufschluss geben. Diese liege jedoch zur Zeit noch nicht vor. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um zwei Erwachsene zwischen 40 und 60 Jahren und vier Kinder zwischen vier und elf Jahren. Auch auf überregionaler Ebene fand die Entdeckung dieses Gräberfeldes große Beachtung. So berichteten nicht nur zahlreiche Zeitungen, sondern auch das Hessenfernsehen ausführlich über diesen Fund. Aber der gute Besuch im Heinrich- Fischer-Haus machte deutlich, dass man besonders in Mittelbuchen nach wie vor fasziniert ist von dem, was Archäologen in der Gemarkung zutage befördert haben, und dass man mit großem Interesse weiter verfolgen wird, welche Einblicke uns die modernen wissenschaftlichen Untersuchungen in eine Welt, die viele Jahrtausende zurück liegt, noch gewähren werden. Winfried Lind
MITTELBUCHEN-ONLINE: Winfried Lind, info@mittelbuchen-online.de, Tel. 06181-939268
Alle Infos im Internet unter: www.gewerbeverein-mittelbuchen.de Besuchen Sie uns auf Facebook Über ein "Like" würden wir uns freuen
Rund hundert interessierte Besucher wollten mehr über den jungsteinzeitlichen Fund wissen.